22. September 2012 | Monika Schramm

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Jeden Abend nimmt Paul Archey Platz auf der Tribüne und verfolgt gespannt die Spiele in der Regensburger Arena. Der Vizepräsident der Major League Baseball (MLB) ist überwältigt: „Ich bin sehr beeindruckt von den Zuschauern, dem Stadion und der ganzen Organisation“, sagt der US-Amerikaner. Die World Baseball Classic sind für den MLB-Vizepräsidenten eine einmalige Gelegenheit für die europäischen Mannschaften, sich mit den großen Baseball-Nationen auf höchstem Niveau zu messen.

„Der europäische Baseball hat sich in den letzten zehn bis 15 Jahren enorm entwickelt“, weiß Archey. Besonders die Duelle zwischen Deutschland und Tschechien am Freitag und dem Spiel der Osteuropäer gegen Großbritannien am Samstag bieten den Teams die Bühne zu zeigen, dass es neben Italien und den Niederlanden inzwischen auch andere Nationen.

Dem kann auch IBAF-Präsident Riccardo Fraccari nur zustimmen. „Die Mannschaften haben alle Chancen, eine wichtige Rolle im Baseballuniversum zu spielen.“ Die Europameisterschaft, die erst Anfang September zu Ende ging, sei ein Spiegel der Entwicklung, die der Sport auf dem Kontinent gemacht habe. „Es ist nicht mehr wie früher, das Italien und die Niederlande praktisch konkurrenzlos waren. Die Spiele sind enger geworden, alle sind näher zusammengerückt. Das Niveau ist inzwischen sehr hoch“, sagt Fraccari.

Als IBAF und die MLB sich entschieden, die World Baseball Classic und die Weltmeisterschaft zusammenzulegen und auf 28 Mannschaften zu erhöhen, war der weltgrößten Baseball-Organisation vor allem eines wichtig: „Wir wollten möglichst viele Spiele des Qualifikationsturniers auch auf dem europäischen Kontinent austragen. Damit wollen wir die größtmögliche Wirkung auch für den internationalen Markt erzielen“, erklärt Archie, der für die internationalen Geschäftstätigkeiten der MLB zuständig ist.

Regensburg sei eine einfache Wahl als Austragungsort gewesen: „Erstens ist Deutschland beim Qualifier dabei. Zweitens hat der deutsche Baseball in den vergangenen Jahren einen gewaltigen Sprung nach oben gemacht. Drittens hat Regensburg 2009 eine extrem erfolgreiche WM-Vorrunde organisiert. Die Infrastruktur des Clubs, also der Buchbinder Legionäre, des Deutschen Baseballverbands und die gesamte Anlage hier haben uns überzeugt. Regensburg hat eines der besten Stadien in ganz Europa“, sagt der MLB-Vizepräsident.

Paul Archie freut sich jetzt schon auf die Gesichter der Spieler, die für ihr Land bei den World Baseball Classic spielen werden: „Es ist so toll, die großen Augen zu sehen, wenn die Spieler das erste Mal das MLB-Clubhaus betreten, ihre Uniformen und auch das Büffet sehen. Wenn sie dann das erste Mal aufs Feld gehen und vor mehr als 30.000 Fans gegen Derek Jeter, Alex Rodriguez und die anderen ganz Großen spielen. Das ist ein ganz besonderer Moment. Die beiden Finalteams hier in Regensburg sind am Montag nur einen Sieg von diesem Moment entfernt.“

Der MLB Vizepräsident freut sich, auch in den kommenden Tagen auf die vielen Fans, die ins Stadion kommen – und ganz besonders die Kinder: „Ich will die Acht- und Neunjährigen sehen, wie sie mit ihren deutschen Baseballkappen das Team anfeuern. Wie sie sehen, was sie erreichen können, wenn sie später einmal für ihr Land spielen – und das auf hohem Niveau. Um das zu erreichen, dafür machen wir das. Denn wir wollen, dass Deutschland die nächste große Kraft im europäischen Baseball wird“, sagt Paul Archey.