22. März 2013 | Christian Swoboda

Die Dominikanische Republik hat beim World Baseball Classic 2013 Geschichte geschrieben. Der Inselstaat sicherte sich durch einen 3:0-Sieg im Finale gegen den karibischen Rivalen Puerto Rico den Titel. Die Dominikaner blieben dabei in acht Spielen ungeschlagen, zum ersten Mal konnte dies einem Team bei dem Turnier gelingen.

Die beiden Karibikstaaten drückten dem WBC ihre Stempel auf. Die Dominikaner marschierten unangefochten ins Endspiel und besiegten dabei unter anderem die Großmacht USA. Die Puerto Ricaner ihrerseits behielten in den entscheidenden Partien die Nerven und machten sich als Favoritenschreck einen Namen.

So mussten nacheinander die Hochkaräter Venezuela, die USA sowie der zweifache WBC-Champion Japan nach Niederlagen gegen die kleine Karibik-Insel ihre Koffer packen. Im Endspiel war allerdings auch beim insgesamt dritten Aufeinandertreffen mit den Dominikanern kein Kraut gegen den Favoriten gewachsen.

Die Dominikanische Republik war das dominierende Team und darf sich erster offizieller Weltmeister des Internationalen Baseball-Verbandes und der Major League nennen. Das Team von General Manager Moises Alou folgt damit sowohl den Niederlanden, die 2011 den Weltmeistertitel der IBAF errangen, als auch Japan als Titelverteidiger des World Baseball Classic.

Für die Insulaner war es der zweite WM-Titel nach 1948. Schon während des Turniers entfachte die Mannschaft um Yankees-Star Robinson Cano in der Heimat einen Riesenhype. “Dieser Sieg bedeutet alles für die Dominikanische Republik”, freute sich Shortstop Jose Reyes von den Toronto Blue Jays bei “ESPN”. Cano ergänzte: “Das ist für unser Land und es kommt aus tiefstem Herzen. Wir wissen, wie sehr unsere Leute dies gewollt haben.” Der Second Baseman wurde für seine Leistungen zum wertvollsten Spieler des Turniers gewählt.

Nicht nur im Land des neuen Champions schlug der WBC hohe Wellen. Auch in Puerto Rico saß die Nation gebannt vor dem TV. Ganze 74 Prozent sahen den Halbfinalsieg ihrer Nationalmannschaft gegen Favorit Japan. Im Land der aufgehenden Sonne toppte die Einschaltquote beim Semifinale mit 51 Prozent die Rekordmarke aus der Vorrunde (35 Prozent).

Mit den Niederlanden und Italien bewiesen auch zwei Europäer, dass sie mit den weltbesten Profis mithalten können. Oranje schaffte erstmals den Sprung ins Halbfinale des WBC und schaltete auf dem Weg dorthin unter anderem Rekordweltmeister Kuba aus. In einer engen Partie mussten sich die Niederländer aber schließlich der Dominikanischen Republik mit 1:4 geschlagen geben.

Italien war vielleicht die größte Überraschung des Turniers. Die Südeuropäer besiegten in der Vorrunde Mexiko und Kanada. In der Zwischenrunde brachten sie den späteren Champion beim 4:5 an den Rande einer Niederlage. Erst im siebten Inning drehten die Dominikaner die Partie.

Eine neuerliche Enttäuschung erlebte das Baseball-Mutterland USA. Das mit Allstars gespickte Team schied nach Pleiten gegen die Dominikanische Republik und den kleinen Bruder Puerto Rico in der Zwischenrunde aus. Bei der dritten Auflage des WBC wurde damit zunehmend klar, der amerikanische Nationalsport ist globaler denn je. Der nächste Classic steigt 2017.